Medicalis Academy: Weiterbildung als Schlüssel zur eigenen Laufbahn
Kaum eine Branche entwickelt sich so schnell wie das Gesundheitswesen. Neue Behandlungsmethoden, veränderte Vorschriften und zunehmende Spezialisierungen machen kontinuierliche Weiterbildung heute unverzichtbar. Seit sechs Jahren begleitet die Medicalis Academy Gesundheitsfachpersonen dabei, ihre Kompetenzen gezielt weiterzuentwickeln und ihre berufliche Zukunft aktiv zu gestalten. Bernadette Marques, Leiterin der Akademie, erklärt, was hinter dem Erfolg dieses Weiterbildungsangebots steckt und weshalb lebenslanges Lernen heute wichtiger denn je ist.
Von drei auf über vierzig Weiterbildungen
2020 startete die Akademie mit nur drei Kursangeboten und ist seither stetig gewachsen: 28 Kurse im Jahr 2023, heute über vierzig, getragen von rund zwanzig Dozierenden und einem internen Team von fünf Personen. Das Angebot entsteht in engem Kontakt mit der Praxis. Jedes Jahr befragt Medicalis ihre temporären Mitarbeitenden und Partnerinstitutionen, um Bedürfnisse zu erfassen, neue Themen zu definieren und jene zu streichen, die nicht mehr gefragt sind.
«Unsere Dozierenden sind selbst Pflegefachkräfte, Menschen aus der Praxis», betont Bernadette Marques. Wer Wundversorgung und Heilungsprozesse unterrichtet, hat sie zuvor selbst in der Praxis behandelt.
Genau darin liegt vermutlich die grösste Stärke von Medicalis Academy: die Fähigkeit, massgeschneiderte Schulungen zu entwickeln. Äussert eine Institution einen Bedarf, begnügt sich Medicalis nicht damit, eine Standardschulung abzuspulen. Das Team tauscht sich mit der Pflegedienstleitung oder der zuständigen Person aus, erfasst die konkrete Problemstellung und passt den Inhalt entsprechend an.
Unterstützt wird dieser Ansatz durch eine pädagogische Koordinatorin mit langjähriger Erfahrung im Gesundheitswesen. Als ehemalige OP- und Anästhesiepflegefachfrau kennt sie die Anforderungen der Institutionen aus erster Hand und sorgt dafür, dass die Schulungsinhalte praxisnah und relevant bleiben. «Wir passen die Schulung an die jeweilige Institution an, und das macht nicht jeder», unterstreicht Marques.
Lernen durch Praxis
Auch die Kursformate orientieren sich konsequent an der Praxis. Die meisten Weiterbildungen dauern ein bis zwei Tage. Während am Vormittag die theoretischen Grundlagen vermittelt werden, steht am Nachmittag die praktische Anwendung im Mittelpunkt.
Für den Ersthelferkurs üben die Teilnehmenden an Übungspuppen, für die Aromatherapie stellen sie ihre eigenen Öle her, und bei Schulungen zu Muskel-Skelett-Erkrankungen verwandeln sich die Räume in praktische Übungsfelder. Welche Themen am meisten gefragt sind, wechselt von Jahr zu Jahr je nach Bedarf: Dieses Jahr dominieren psychische Gesundheit und Erste Hilfe, während früher andere Themen im Vordergrund standen.
Eine inzwischen selbstverständliche Haltung
In sechs Jahren hat sich die Einstellung grundlegend verändert. «Früher liessen sich Mitarbeitende ohne grosse Überzeugung weiterbilden. Heute wissen sie: Ohne Weiterbildung wird es in praktisch jeder Institution schwierig zu arbeiten», erklärt Marques.
Das gilt für alle, auch für die Erfahrensten: Pflegefachkräfte mit zehn Jahren Berufserfahrung bilden sich weiterhin fort, weil sich Vorschriften und Behandlungsmethoden ständig weiterentwickeln. Dabei geht es um mehr als reine Wissensauffrischung. Eine gut ausgebildete Pflegefachkraft ist zugleich attraktiver auf dem Arbeitsmarkt – einem Markt, auf dem Kompetenz entscheidend ist.
Zunehmend legen die Partnerinstitutionen gemeinsam mit Medicalis fest, welche Schulungen die bei ihnen eingesetzten temporären Mitarbeitenden absolviert haben müssen – teilweise sogar schon vor deren Einsatzbeginn. Die Weiterbildung wird so von Anfang an Teil des beruflichen Werdegangs, und die Beraterinnen und Berater erklären dies den Kandidatinnen und Kandidaten bereits im Vorstellungsgespräch.
Dabei versteht sich Weiterbildung keineswegs als Hürde: «Das ist keine Falle», sagt Marques mit einem Lächeln. Ziel ist nicht, Pflegefachpersonen unter Druck zu setzen, sondern sie zu stärken und vorzubereiten.
Diese Logik entspricht der Realität einer Branche, in der sich die Bedürfnisse laufend von einem Kanton zum anderen verschieben. Das Ausbildungszentrum befindet sich in Genf, eine Zweigstelle besteht in Lausanne, und die Dozierenden reisen gerne vor Ort – von Sion bis Neuenburg, von Bern bis Zürich. Die Abdeckung erstreckt sich über die Romandie und die Deutschschweiz, ganz im Sinne von Medicalis.


