Beat Uebersax: Ausdauer im Dienst von Medicalis
Seit März 2026 ist Beat Uebersax Director Operations von Medicalis für die Deutschschweiz. Gemeinsam mit Philipp Balscheit verantwortet er die Konsolidierung der bestehenden Teams sowie den Ausbau des Netzwerks. Als Langstreckenläufer und Organisator von Sportveranstaltungen im Hochgebirge geht er seine Aufgabe mit einer einfachen Überzeugung an: Eine Organisation entsteht über Zeit, niemals im Sprint.
An seinen ersten Tag in der Temporär- und Festvermittlung erinnert sich Beat Uebersax noch genau. Es war Ende 2007, also vor fast zwanzig Jahren. Noch während seines Onboardings versammelte der CEO die Mitarbeitenden zu einer Ansprache und verkündete beinahe beiläufig eine bedeutende Neuigkeit: Das Unternehmen war übernommen worden und würde mit einem anderen Anbieter fusionieren. «Vielleicht haben Sie es in der Zeitung gelesen», sagte er damals. Rückblickend sieht Beat Uebersax darin den perfekten Einstieg in eine Branche, die von ständiger Veränderung geprägt ist.
«Wir stehen an vorderster Front der Wirtschaft. Jede Bewegung spüren wir als Erste, in beide Richtungen: Wenn eine Krise kommt, sind unsere Mitarbeitenden im Einsatz als Erste betroffen. Wenn die Erholung einsetzt, sind wir die Ersten, die wieder kontaktiert werden. Es ist eine anspruchsvolle Branche, und genau das macht ihren Reiz aus.»
Fast zwanzig Jahre an vorderster Front
Der Rahmen war damit bereits am ersten Tag gesetzt und hat sich seither kaum verändert. In beinahe zwei Jahrzehnten hat Beat Uebersax verschiedene Unternehmen geprägt, die den Schweizer Markt für flexible Arbeit mitgestalten. Eine Konstante zieht sich durch seinen Werdegang: Schon sehr früh, noch vor seinem 25. Geburtstag, übernahm er Führungsverantwortung. Für ihn war dies vor allem eine Chance, Menschen zu begegnen, die sein Potenzial erkannten und ihn förderten.
«Ich hatte das Glück, von Menschen begleitet zu werden, die an mich geglaubt haben», fasst er zusammen.
Die zweite Konstante ist die Veränderung. Regulatorische Rahmenbedingungen entwickeln sich weiter, Rechte und Pflichten werden neu definiert, und der Markt bewegt sich zwischen Fachkräftemangel und einem Überangebot an verfügbaren Profilen.
«Man braucht grosse Flexibilität, um rechtzeitig reagieren zu können. Genau das macht diese Branche anspruchsvoll und gleichzeitig so spannend.»
Die Entscheidung für die Umsetzung
Warum Medicalis und warum gerade jetzt? Die Antwort liegt vor allem in der Ausgestaltung der Funktion. Über viele Jahre hinweg war Beat Uebersax gleichzeitig für Kundenbeziehungen, operative Tätigkeiten, Administration, Prozesse und Digitalisierung verantwortlich.
«Man möchte nahe bei den Kunden sein. Gleichzeitig müssen Prozesse und Tools weiterentwickelt werden. Oft erreicht man nicht die Qualität, die man anstrebt, weil man überall gleichzeitig sein muss.»
Bei Medicalis sind die Verantwortlichkeiten klar aufgeteilt. Philipp Balscheit ist nah am Markt, besucht Kunden, analysiert Bedürfnisse und repräsentiert die Marke nach aussen. Beat Uebersax wiederum sorgt gemeinsam mit den Teams dafür, dass diese Anforderungen operativ umgesetzt werden, die Servicequalität gewährleistet bleibt und Prozesse kontinuierlich verbessert werden. Beide arbeiten eng zusammen und berichten an David Paulou, Generaldirektor von Medicalis.
«Genau das spricht mich an dieser Funktion an: die Möglichkeit, mich vollständig auf die Umsetzung zu konzentrieren.»
Diese Aufteilung entspricht auch einer Überzeugung, die er mit der Interiman Group teilt: Digitalisierung dort vorantreiben, wo sie Effizienz schafft, und gleichzeitig den Menschen in den Mittelpunkt stellen, wo persönlicher Kontakt den Unterschied macht.
Zuerst stabilisieren, dann wachsen
Seine Prioritäten sind klar definiert. An erster Stelle steht die Konsolidierung der bestehenden Teams und Standorte in Bern und Zürich. Der weitere Ausbau in der Deutschschweiz folgt erst in einem zweiten Schritt.
Verschiedene Möglichkeiten werden derzeit geprüft. Eine davon wäre, die Präsenz zwischen Bern und Zürich gezielt auszubauen und die regionale Vernetzung entlang dieser Achse zu stärken. Ziel wäre es, näher am Markt zu sein und die Zusammenarbeit der Teams weiter zu verbessern.
Für Beat Uebersax ist die Reihenfolge entscheidend.
«Man kann kein drittes Projekt eröffnen, solange die ersten beiden nicht stabil laufen.»
Zum Marktumfeld verweist er gerne auf Philipp Balscheit, der noch näher am Kunden ist. Dennoch beobachtet auch er eine Entwicklung, die von vielen Branchenkollegen bestätigt wird: Das Geschäft ist anspruchsvoller geworden. Gleichzeitig zeichnen sich zwei Wege ab: mehr Digitalisierung oder mehr Service. Die Interiman Group verfolgt bewusst beide Ansätze und verbindet Effizienz mit persönlicher Betreuung.
Wenn Konzept und Realität zusammenkommen
Um die operative Philosophie von Beat Uebersax zu verstehen, lohnt sich ein Blick ausserhalb des Büros. Als leidenschaftlicher Langstreckenläufer engagiert er sich im Organisationskomitee des Inferno Triathlons und leitet den Halbmarathon, der auf dem Schilthorn endet.
Im vergangenen Jahr zwang ein Gewitter die Organisatoren dazu, den Wettkampf abzubrechen, obwohl sich die Athletinnen und Athleten bereits auf der Strecke befanden. Innerhalb einer Stunde konnten alle sicher evakuiert werden.
«Ein Konzept ist nur so gut wie seine Umsetzung. Es bringt nichts, wenn nicht jede Person genau weiss, was zu tun ist.»
Dieses Ereignis beschreibt seine Führungsphilosophie treffend: eingespielte Teams, klare Rollen und die Fähigkeit, auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben. Genau diese Eigenschaften bringt er heute bei Medicalis ein.
Das Laufen ist für ihn weit mehr als ein Ausgleich. Drei- bis viermal pro Woche schnürt er seine Laufschuhe. Früher absolvierte er Ultramarathons über 50 Kilometer, heute bevorzugt er etwas kürzere Distanzen.
«Zuerst kommt alles an die Oberfläche. Danach kann man sortieren und schliesslich loslassen.»
Diese Ausdauer und Disziplin prägen auch seine Art zu führen.


